Matthias Joa (AfD) zur Reduzierung der Ryanair-Passagierflüge am Flughafen Hahn: HNA-Businessplan nicht mehr zu halten, Landesregierung muss im Wirtschaftsausschuss die Fakten offenlegen

Nach Angaben von Ryanair soll der Flugplan am Flughafen Frankfurt-Hahn erheblich ausgedünnt werden. Gleich 14 Flugziele sollen wegfallen, sie verringern sich von 39 auf 25 – Die Passagierzahlen könnten im schlechtesten Fall um 500.000 oder weitere 33 % einbrechen. Die Zahl der wöchentlichen Flüge soll von 119 auf 70 fallen.

Hierzu Matthias Joa, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag: „Der beim Kaufvertrag vom Käufer HNA vorgelegte Businessplan wird in dieser Form nicht mehr zu halten sein. Hiermit steht auch die gesamte Wirtschaftlichkeit des Flughafens infrage. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung wurden starke Umsatzsteigerungen in vielen Teilbereichen in Aussicht gestellt.

Matthias Joa erläutert: „Die positivere Entwicklung im Frachtgeschäft wird die zu erwartenden Umsatzeinbrüche bei Weitem nicht ausgleichen können. Die formale Position der Landesregierung, mit dem Sachverhalt nun nichts mehr zu tun zu haben und auf den Käufer zu verweisen, ist unverantwortlich. Die Rentabilität des Investments dürfte für den Käufer nun in den Negativbereich kippen, zahlreiche Arbeitsplätze sind gefährdet. Die Landesregierung muss nun die Karten auf den Tisch legen. Der Flughafen hängt faktisch am Steuertopf. Fast 55 Millionen Euro an Betriebs- und Investitionsbeihilfen / Sicherheitskosten können bis 2024 fließen. Dieser massive Steuergeldeinsatz muss vor den Bürgern gerechtfertigt werden.

Der wirtschaftspolitische Sprecher erklärt: „Es stellen sich zahlreiche Fragen – auch im Interesse der Beschäftigten: Hat der Flughafen für die mitten in einer Umstrukturierung steckenden HNA noch Priorität ? Wurden mit HNA bereits Gespräche wegen der geänderten Lage geführt?  Hat die Landesregierung die Umsatzverluste und die Auswirkungen auf den Businessplan intern bereits vom damaligen Berater näherungsweise berechnen lassen? Kann der Flughafen als reiner Frachtflughafen durch eine massive Umsatzsteigerung und Konzentration überleben? Wie ist der Stand hinsichtlich Aufnahme von China-Passagierflügen und der weiteren Generierung von Passagieren? Welche Möglichkeiten zur Verbesserung der Lage erkennt die Landesregierung? Viele Fragen – aber bis heute keine Antworten.

Die nun eingetretene Lage hatte sich schon länger abgezeichnet – es wird nichts nützen, den Kopf in den Sand zu stecken und auf Besserung zu hoffen. Die Passagierverluste setzen sich fort – im Extremfall zu einer völligen Einstellung der Ryanair-Aktivitäten am Hahn. Die damaligen Annahmen des Käufers liegen der Landesregierung und der Beraterfirma vor. Nun können auf dieser Basis Szenario-Rechnungen erstellt und mit dem Flughafenbetreiber besprochen werden. Jetzt ist Aktivität, nicht abwarten angesagt. Die AfD-Fraktion hat zur Thematik bereits einen Antrag auf Berichterstattung im Wirtschaftsausschuss gestellt. Spätestens hier erwarten wir Antworten“, so Matthias Joa.

Matthias Joa ist wirtschafts- und migrationspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz