Frisch (AfD) zur ‚Interkulturellen Woche IKW 2016‘

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Michael Frisch (MdL)

Christliche Kirchen machen sich zum Sprachrohr der Regierungspolitik

„Mit einem gemeinsamen Dokument machen sich die christlichen Kirchen zum Sprachrohr der Regierung Merkel; es ist ein signifikantes Beispiel für die unzulässige Vermischung von Politik und Religion“, kommentiert der religionspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Mainzer Landtag Michael Frisch das ‚Gemeinsame Wort der Kirchen‘ zu der im September stattfindenden ‚Interkulturellen Woche 2016‘. In dem von dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx, dem Vorsitzenden des Rates der EKD Bedford-Strohm und dem Vorsitzenden der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland unterzeichneten Papier wird vor dem wachsenden Zuspruch für ‚Populisten‘ in Deutschland und anderswo in Europa gewarnt und die Einführung von Obergrenzen für den Zuzug von Migranten sowie die Sicherung von Grenzen als sinnlos bezeichnet. Unabhängig davon, wie viele Menschen gerade schutzbedürftig seien und aus welchem Herkunftsland sie stammten, solle jeder Zugang zu einem individuellen Verfahren haben. Anstatt sich von Sorgen, Ängsten und Bedenken gefangen nehmen zu lassen, so die Kirchenvertreter, müsse man die Vielfalt der Gesellschaft akzeptieren. Wörtlich heißt es: ‚Der bunten Gegenwart gehört auch die Zukunft‘.

Unkritische Übernahme regierungsamtlicher Argumentation

Michael Frisch, selbst studierter Theologe, hält solche Äußerungen für übergriffig: “Natürlich ist es die Pflicht der Kirchen, Nächstenliebe einzufordern und uns daran zu erinnern, dass wir Menschen in Not helfen müssen. Aber wie diese Hilfe konkret aussieht und welche anderen Aspekte dabei zu berücksichtigen sind, ist keine Frage des Glaubens, sondern der praktischen Vernunft. Eine völlig unkritische Übernahme regierungsamtlicher Argumentation, die alle Bedenken hinsichtlich der Folgen massenhafter unkontrollierter Einwanderung aus unserer Kultur fremden, überwiegend islamischen Staaten ausblendet, ist nicht nur einseitig, sondern naiv und gefährlich. Ich begrüße es, dass die Kirchen ihre eigenen Mittel dafür einsetzen, Notleidenden zu helfen. Aber daraus ein politisches Konzept ‚Buntes Deutschland‘ abzuleiten, ist weder biblisch noch theologisch begründbar.“

Keine Einmischung in politisches Alltagsgeschäft

„Wieder einmal erliegen die Kirchen der Versuchung, sich allzu voreilig und ohne die nötige Distanz mit den Mächtigen gemein zu machen. Dass dies unter dem Deckmantel der Nächstenliebe geschieht, ist tragisch, weil es die Bereitschaft der Menschen, diesem wichtigsten christlichen Gebot gerecht zu werden, beschädigt. Es ist an der Zeit, dass die Kirchen sich wieder auf ihre eigentlichen seelsorgerlichen und sozialen Aufgaben beschränken, anstatt sich in einseitiger, nicht vom christlichen Glauben gedeckter Weise in das politische Alltagsgeschäft einzumischen“, so Frisch.

Michael Frisch ist religionspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz.